Kopfzeile

Logo web1

Zukunft vor Ort/Logo

Logo web1

Zukunft vor Ort

Ghana: Land und Leute

Wenn wir an Afrika denken, verbinden wir meist üppige Savannen mit einer Vielzahl an Tieren, blauem Himmel, Hitze und leckeren Früchten. Schaut man aber einmal genauer hin, stellt man fest, dass jedes Land auf diesem Kontinent so unterschiedlich ist, wie die einzelnen Länder in Europa untereinander. 

Ghana liegt in Westafrika, angrenzend an die Elfenbeinküste im Westen, Togo im Osten und Burkina Faso im Norden. Mit einer Fläche von ca. 240.000 qkm besitzt Ghana in etwa die Größe Großbritanniens. Die Einwohnerdichte ist mit 26 Millionen Einwohnern wesentlich geringer als die Deutschlands.

DSCN1508

Die Landschaft Ghanas ist aufgrund unterschiedlicher Klimata sehr vielfältig. Insgesamt herrschen dort wie in allen tropischen Ländern Regen- und Trockenzeit, die aufgrund der Äquatornähe im Süden und Norden unterschiedlich ausgeprägt sind. Im feuchten Süden findet sich immergrüner Regenwald, während der Norden geprägt ist von einer Feucht-, Baum- und Grassavanne. Dort wird die Trockenzeit zwischen November und Februar vom Harmattan, dem Wüstenwind aus der Sahara, bestimmt. So ist es verständlich, dass der wesentlich fruchtbarere Süden auch wirtschaftlich besser gestellt ist. Die Armut ist dort geringer als im Norden, was neben den klimatischen Bedingungen aber unter anderem auch durch den über den Seeweg begünstigten Export von Rohstoffen, hauptsächlich Gold, aber auch Kakao (Ghana ist der zweitgrößte Kakaoexporteur), bedingt ist. Das Bewusstsein für die Umwelt kommt erst langsam bei der Bevölkerung an, durch Bergbau wurden Teile des Landes zerstört. Ein anderes großes Problem stellt illegal importierter Elektroschrott aus Europa dar, der insbesondere in der Hauptstadt Accra auf riesigen, giftigen Müllhalden verbrannt wird.

Die Amtssprache Ghanas ist Englisch, eine Hinterlassenschaft der Kolonialzeit. Immer noch existieren jedoch über 80 Völkersprachen, unter anderem Akan und Ewe. Seit dem 6. März 1957 ist Ghana unabhängig und wurde wenige Jahre später als erstes afrikanisches Land demokratisch. Seitdem ist die ehemalige „Goldküste“, wie sie in der Kolonialzeit aufgrund des großen Exports an Gold bezeichnet wurde, eine Republik.

Ghana komp

Etwa 71% der Bevölkerung sind Christen. Im Alltag ist der Glaube der Menschen allgegenwärtig und sehr präsent. Shops mit Namen wie „By his grace“ gehören zum Straßenbild, genauso wie „God bless you“-Zurufe auf der Straße. Etwa 26% der Bevölkerung gehören einer Naturreligion an, ca. 16% sind Muslime. Die Grenzen der Religionen sind aber oftmals nicht eindeutig zu ziehen, da der Naturglaube noch sehr stark in den anderen Glaubensrichtungen verhaftet ist.

Die Lebenserwartung der Bewohner beträgt etwa 57 Jahre. Dies wird vor allem von der hohen Säuglings- und Kindersterblichkeit beeinflusst, die jedoch in den letzten zwei Jahrzehnten schon deutlich gesunken ist, aber immer noch bei etwa 10% liegt. Obwohl auch die Infrastruktur sich mehr und mehr verbessert, ist die Ärzteversorgung sehr gering. Schätzungen ergaben, das in etwa jeder dritte Ghanaer an AIDS erkrankt ist.

Zwar gilt Ghana als eines der weiter entwickelten und reicheren Länder Afrikas, dennoch wird anhand des Human Development Index deutlich, dass es immer noch zu den ärmsten der Welt gehört. 79% der Einwohner müssen mit weniger als 2,80€ pro Tag auskommen. Das jährliche Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner beträgt 350€ und entspricht damit (also) dem Pro-Kopf-BIP in Deutschland einer einzigen Woche. Obwohl sich das Bildungssystem und -angebot zusehends entwickelt und seit 1957 Schulpflicht herrscht, ist die Zahl der Analphabeten, insbesondere der ungebildeten Frauen groß: Etwa 35% (der Frauen) können weder lesen noch schreiben. Viele Kinder können nicht zur Schule gehen, da die Schulgebühren oftmals ein Hindernis darstellen. Viele Kinder müssen entweder durch Mithilfe bei der Feldarbeit oder durch den Verkauf verschiedener Dinge auf dem Markt dabei helfen, den Familienunterhalt zu bestreiten. Auch gibt es viele Kinder, Schätzungen zufolge mindestens 200.000, die frühzeitig ihre Eltern durch AIDS verloren haben und sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern müssen. Allgemein ist die Familie, die in Ghana nicht nur die nächsten Verwandten, sondern die ganze Großfamilie mit einschließt, sehr wichtig und steht vor dem Wohl des Einzelnen. Wird beispielsweise ein Kind elternlos, ist es selbstverständlich, dass es von seinen Verwandten aufgenommen wird. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es dort wie ein eigenes Kind behandelt wird. Oftmals wird eben diesen Kindern der Schulbesuch verwehrt und ihre Mitarbeit im Haus und auf dem Feld wird umso mehr erwartet.

 

Projektstandorte

ghana2

 

 

 

Social Sharing